traffick 0.8.0
traffick ist ein Programm zum Testen von Serverumgebungen. Dazu ruft die Software eine weithin bekannte Suchmaschine mit zufälligen Suchbegriffen auf und lässt sich “echte” Links zurückreichen. Diese werden anschließend per HTTP aufgerufen, Status und Headerinformationen werden abgeholt und die Verbindung wird wieder getrennt. Sind die von der Suchmaschine erhaltenen Links abgearbeitet, wird eine erneute Suchanfrage gestartet.
traffick erzeugt dafür eine (mehr oder weniger) beliebige Anzahl an Subprozessen, um eine hohe Anzahl Requests zu ermöglichen. Mit dieser Technik lassen sich Load-Balancing-Applikationen mit einem einzigen Rechner als Client auf Namensbasis testen.
Um eine möglichst weltweite Streuung der TopLevel-Domains zu erhalten, kann traffick die Anfragen an die Suchmaschine entweder zufallsmäßig oder festgelegt in verschiedenen Sprachen stellen. Verschiedene einstellbare Timeouts ermöglichen eine differenzierte Einstellung des “Surfverhaltens”.
traffick kann als Daemon mit den Einstellungen als Kommandozeilenoptionen gestartet werden, bietet aber vor allem eine komfortable, grafische Benutzeroberfläche unter GNOME (PyGTK).
Die Software ist, wie seine anderen Kumples auf diesem Blog auch, unter GPLv2 auf die Menschheit losgelassen worden.
Installation
traffick steht als DEB-Paket und tar.gz-Archiv zur Verfügung. Das Programm basiert auf Python; die GUI benötigt PyGTK, was das DEB-Paket aber beides automatisch mitinstallieren sollte.
Verwenden von traffick
traffick kann nach der Installation des DEB-Paketes im GNOME-Menü unter “Entwicklung” gestartet werden. Alternativ reicht ein “traffick” in der Konsole, um die grafische Oberfläche zu öffnen.
Soll traffick als Daemon laufen, wird das Programm mit der Option -d bzw. –daemon gestartet.
Für Hilfe bei der Verwendung als Daemon reicht die Option -h bzw. –help, um eine Liste aller vorhandenen Konfigurationsmöglichkeiten anzuzeigen.
Die grafische Oberfläche ist zum besseren Verständniss mit Kommentaren zu den einzelnen Einstellungen versehen.
Um die grafische Oberfläche in einer anderen Sprache (derzeit de und en) zu starten, dient das Argument -l [Sprache] bzw. –language=[Sprache]
Tests durchführen
Testen von Load-Balancing:
- Richte den DNS-Cluster so ein, dass alle Anfragen an einen lokalen Webserver geleitet werden.
- Auf diesem erstellst Du ein Dokument index.html, welches eine beliebige Anzahl an <a href=http://egalwas.com>Links</a> enthält (Suchmaschinen geben i.d.R. 10 Links heraus, bist Du saucool, nimmst Du 23, und die ganz Ulkigen unter uns werden sich wohl für 42 entscheiden).
- Konfiguriere den Host so, dass er jegliche Anfrage mit dieser Seite beantwortet:
- Lege z.B. in das Root-Verzeichnis des Webservers eine .htaccess, die alle Anfragen (ausser die an index.html) auf die index.html irgend einer Domain weiterleitet: RewriteMatch 302 .*/(?!.*index.html) http://mirdochlatte.de/index.html
- Gib dem Clientrechner (traffick) eine Netzverbindung mit der IP des Load-Balancers als DNS
- Starte traffick
- Regle langsam die Prozesse hoch / die Timeouts herunter und beobachte das Verhalten Deines Load-Balancers
Testen von DNS-Funktionalität
- Richte Deinen DNS-Server so ein, dass er Requests an die Suchmaschine behandelt, wie üblich, alle weiteren Anfragen aber auf einen lokalen Webserver geleitet werden.
- Welche Suchmaschine das ist, wirst Du spätestens wissen, wenn Du einmal traffick gestartet hast und in die Logs Deines DNS schaust
- Richte einen Webserver ein, der die Anfragen (wie auch immer) beantwortet.
- Gib dem Clientrechner (traffick) eine Netzverbindung mit der DNS-IP Deines DNS
- Starte traffick
- Regle – wenn überhaupt nötig – vorsichtig! die Prozesse hoch. Bedenke, dass gerade jeder 10. Seitenaufruf über das Web von der Suchmaschine beantwortet wird! Halte den Wert für die Suchanfragen in dem Statistik-Bereich der GUI im Auge oder starte traffick als Daemon mindestens mit -v bzw. –verbose=1
“Live”-Tests
Keine Ahnung, wozu man das brauchen könnte. Sehen, was die Internetverbindung hergibt? Dann besuch’ lieber http://www.speedmeter.de/, dort bekommst Du aussagekräftige Werte über Up-/Downstream. Wen juckt schon, wieviele Seiten Du pro Sekunde aufrufen kannst? Wenn Du nicht weisst, was Du hier tust, dann lass’ lieber die Finger davon. Ansonsten:
- Starte traffick.
!!! ACHTUNG !!!
traffick erzeugt Traffic. Und bei Bedarf auch richtig Traffic. Deshalb rate ich dringend davon ab, das Programm mit bestehender Internetverbindung ohne eine entsprechend eingerichtete Umgebung im Grindcore-Mode laufen zu lassen! Richtet Euren DNS vorher ein, setzt einen Server auf, der die HTTP-Anfragen beantwortet, trennt andere, eventuell bestehende Netzverbindungen und testet dann erst Euer Environment!
Bei der richtigen Leitung und dem richtigen Prozessor macht das Ding auch schon mal mehrere hundert Seitenaufrufe pro Sekunde klar, was Eurem Internetprovider und seinem Node, an dem Ihr hängt, die Kotze aus den Nasenlöchern treten lassen könnte (vor allem, wenn man mal über die Menge der Vorratsdaten nachdenkt ^^).
So, you have benn warned!
Immer noch nicht?
Wer noch immer liest, aber trotzdem noch kein Wort verstanden hat, eine kurze Einführung:
Computer erhalten in Netzwerken (so auch im Internet) eine IP-Adresse, die z.B. so aussieht: 65.142.39.2 und anhand derer sie sich gegenseitig identifizieren können. Da sich niemand sowas merken könnte, gibt es sogenannte Dynamic-Name-Server (DNS), die – ohne, dass Du das beim Surfen oder Mails-checken irgendwie mitbekommen würdest, im Hintergrund die von Dir eingegebene Adresse in eben so eine IP auflösen.
In Echtzeit sieht das so aus, dass Du in Deinen Browser www.schlagmichtot.de eintippst, der fragt damit den (z.B. im Router oder in den Netzwerkeinstellungen) eingestellten DNS-Server an; der verrät ihm, dass da z.B. die IP 123.456.789.012 hinter steckt, und dann erst holt sich Dein Browser die Daten (also die Seite) anhand der IP vom richtigen Webserver.
Sowas gibt es natürlich auch in Rechenzentren und Firmennetzen.
Und dazu gibt es derbe schräge Freaks, die sowas entwickeln, einrichten und pflegen müssen: die Sysadmins. Lichtscheue Gestalten, für die Realität das ist, wo der Pizzamann herkommt. Und da die mit Rechts nicht annähernd soviel rumklickern können, wie die Benutzer in dem Netz, was sie administrieren, während ihrer Mittagspause, muss man sich halt was einfallen lassen.
Wie Du also siehst: offenbar nix für Dich… ausser, Du willst Dich unbedingt mit Deinem Internetprovider anlegen

Download traffick als DEB
2 comments on “traffick 0.8.0”
Und es läuft und läuft und läuft.
Weltklasse….
Gibts denn hier mal wieder ein Update? Seit der Nummer mit der Telekom bin ich ganz heiss auf Stänkerei. Und die Vögel haben bei dem Support, auch ein bißchen Aufregung verdient. Ich machs einfach nochmal an…..